Leseprobe: IM GESPRÄCH

Das Ziel ist klar: mindestens Platz zwölf

Als Nationaltrainer will Prof. Gert-Peter Brüggemann bei den WM in Anaheim mit den Turnerinnen die Olympiaqualifikation schaffen

Yvonne Musik vom TV Hoffnungsthal

Noch im Jahre 2000 hatte der renommierte Biomechaniker mit Verleumdungsklagen gedroht, wenn man ihn den Trainer seiner Tochter nannte. Nun stellt sich der Kölner Professor Gert-Peter Brüggemann der Verantwortung als Trainer der deutschen Nationalturnerinnen und beantwortete bei den WM 2002 in Debrecen die Fragen von LEON*.

 


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Die Leistungen in Ungarn (siehe Interview LEON* 05-06/2002) resümierte Gert-Peter Brüggemann durchweg positiv und erklärte seine Haltung zu Anspruch und Wirklichkeit deutschen Frauenturnens folgendermaßen: "Wir dürfen die Mädchen zu Hause nicht anders einordnen als sie dann auch international eingeordnet werden. Wir dürfen den Mädchen nicht Erwartungen suggerieren, die sie dann auf dem internationalen Parkett nicht halten können. Wir haben immer diese Diskrepanzen gehabt, dass national eine 9,2 herauskommt und international eine 8,9 - da müssen wir sehr darauf achten. Ich finde, man muss da mit den jungen Damen sehr realistisch die aktuelle Situation beurteilen."

Klare Zielstellung für die WM
"Das Ziel ist ganz eindeutig: Ein Platz kleiner-gleich Zwölf. Das ist das Ziel. Um die Plätze 6-12 werden mindestens zehn Mannschaften kämpfen, da wird es sehr, sehr eng zugehen. Wir haben einen weiteren starken Gegner mit Bulgarien, außerdem Kanada, Australien, Italien, Frankreich, Brasilien. Das heißt, 18 Mannschaften eine Chance, unter die ersten 12 zu kommen. Da geht es darum, eine stabile Mannschaftsleistung zu bringen, aber nicht nur eine brave Leistung. Wir können da nicht so im Level von 8,3 turnen, sondern meines Erachtens muss im Niveau von 8,7-8,8 geturnt werden, um eine Chance zu haben. Ich würde prognostizieren: Wer es schafft, mit den in die Wertung kommenden Turnerinnen im Schnitt 8,8 zu turnen, wird dabei sein. Dafür brauchen wir eine 9,6-9,7 als Ausgangswert. Man kann nicht sagen, dass wir einen 9er-Schnitt turnen, das werden wir nicht."

 

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