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Leseprobe:
Gervasio
Deferr
Sprunggewaltiger
Profi
Ohne Flugangst:
Olympiasieger Gervasio Deferr
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Nachdem Gervasio Deferr
seine olympische Goldmedaille am Sprung in Empfang genommen hatte, ward
er zunächst nicht mehr gesehen, tauchte kurz für die abschließende Galaveranstaltung
wieder auf und flog noch im Morgengrauen des folgenden Tages zur Feier
dieses für Spanien herausragenden Sieges in die katalanische Heimat.
LEON* sprach einige Wochen später während des DTB-Pokals in Stuttgart
mit dem wortkargen zwanzigjährigen Spanier.
? Hast Du den Olympiasieg
in Sydney eigentlich erwartet?
Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich hatte auf eine Medaille am Sprung gehofft,
aber nicht auf Gold. Natürlich habe ich mich ganz auf Sprung konzentriert,
nachdem ich schon am ersten Tag in der Qualifikation am Boden draußen
geblieben bin. Eigentlich hatten alle - und ich auch - eher mit einer
Medaille am Boden gerechnet als am Sprung, aber gut, das Turnen ist eben
so. Und glücklich bin ich damit allemal.
? Wie begann Deine
Turnkarriere?
Ich habe in meinem Dorf angefangen, weil es mir einfach so gut gefiel.
Da war ich fünf, ein Jahr später bin ich nach Barcelona gewechselt. Am
Anfang habe ich alles gemacht und wie alle eher so rumgeturnt. Seit meinem
achten oder neunten Lebensjahr ist es schon eher eine ernstere Angelegenheit.
Mein Trainer ist Alfredo Hueto [und weist auf den vor ihm sitzenden schnauzbärtigen
Katalanen, der ihn auch in Sydney betreute]. Bis ich zwölf wurde, habe
ich mit Trainern gearbeitet, die Alfredo unterstellt waren und seitdem
mit ihm selbst.
?Kommst Du aus
einer sportlichen Familie?
Nein, gar nicht. Ich habe noch zwei Geschwister...
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