Leseprobe:

Traue keinem über Dreißig!

Von Andreas Götze,
Chefredakteur

 

Editorial: Trau keinem über 30 - gutes Konzept, schlechter Stil 
- von Andreas Götze

Diesen Slogan der Disko-Generation machte sich der DTB anscheinend bei seiner Verjüngungskur zu eigen. Weder Sergej Charkow noch Valeri Belenki noch Andreas Wecker oder Marius Toba sollen die WM dieses Jahr in Gent erleben, wenn es nach Eduard Friedrich geht.
Der DTB-Vizepräsident Olympischer Spitzensport - auch schon über die Dreißig hinaus - nahm nach 100 Tagen im neuen Amt bei einer Pressekonferenz diesbezüglich kein Blatt vor den Mund: "Die Veränderung muss radikal sein", so Friedrich, und dafür scheue er auch nicht die "notwendigen Wadenbisse". Einige der Älteren hätten in Sydney auf den großen Abgang gehofft, und da es nicht geklappt habe, versuchten sie es nun bei den WM in Gent. So mutmaßt der Vizepräsident. Das wolle er im Sinne einer konsequenten Verjüngung der bei Olympia zweitältesten (Durchschnitt 27 Jahre) Nationalmannschaft nicht zulassen. "Ich brauche Gent nicht als Bühne für den Ausstieg, sondern für den Einstieg", so Friedrich mit Blick auf Athen 2004.
Friedrich, der Bundestrainer Rainer Hanschke für dieses Konzept Rückendeckung gibt, hat zweifellos Recht damit, auf eine konsequente Verjüngung zu setzen. "Die Konzepte waren ja da, es hatte bisher nur mit der Umsetzung gehapert", wies er auf Fehler in der Vergangenheit hin. Um aus dem tiefen Tal, in dem sich das Männerturnen nach seinem 10. Platz bei Olympia befindet, wieder herauszukommen, müssen jüngere Aktive zielgerichtet und längerfristig "aufgebaut", d. h. auch bei den internationalen Höhepunkten in die Verantwortung genommen werden. (siehe auch Seite 8).
Die Verjüngungskur - von der Sache her richtig, vom Stil her falsch, meine ich...

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