EM 2000, Bremen:   Kontersalto

Mit einem Kamasutra über's Pferd

Es geht doch, liebe Freunde, wenn man nur will! Die EM in Bremen hat gezeigt, wie unterhaltsam Wettkämpfe sein können, wenn sie von Sprechern begleitet werden, denen nicht der Ballast unnötiger Fachkenntnis auf die Stimmbänder drückt.

"Jewtschow" statt Jowtschew - nun gut, Erbsenzähler werden das als harmlosen Versprecher werten. Für wesentlich mehr Stimmung im weiten Hallenrund sorgte da schon der "Kamasatu" am Sprung, der mit einem bisschen guten Willen auch als "Kamasutra" hätte angekündigt werden können. Vielleicht beim nächsten Mal.

Auf meiner persönlichen Heiterkeitsskala ganz oben stand die Ansage des besten "Pauschpferd"-Turners Marius "Urtschitscha". Erst Wiederholungen, das wussten die Bremer Sprecher, machen aus einem harmlosen und leicht zu überhörenden Späßle einen Running Gag von Comedy-Format.

Sport, also auch Turnen, soll unterhalten. Und was könnte besser für Vergnügen sorgen, als sprechende Entertainer solchen Bremer Formats, die aus jeder noch so simplen Ansage einen Lacher beim Publikum 'rauskitzeln. Und wenn es nur "Erich" Poujade ist. Oder "Kerdemilidi" - als stotterndes Kleinkunstwerk ins Mikro gehaucht, damit die Siegerehrung nicht ins allzu Würdevolle abdriftet.

Schade nur, dass bei all den unterhaltsamen Namensspielereien im Zusammenhang mit dem Chef des Organisationskomitees ein echter Brüller verschenkt wurde: Hans-Jürgen Zarathustra.

agö

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