Leseprobe:

20. Europameisterschaften in Kiew:
Kabajewas 5. Streich
Die Russin Alina Kabajewa wurde erneut Mehrkampf-Europameisterin

Alina Kabajewa (RUS -
zum fünften Mal Europameisterin

Fotos: Dirk Zimmermann

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Anna Bessonowa (UKR)

Schöne Sportart, schlechte Sitten

Das leidige Thema der Bewertungen ist ein permanentes in der RSG, wenn es sich auch inhaltlich gewandelt hat. So waren es in Kiew nicht so sehr die Wertungen, die für Unmut sorgten, als vielmehr die schlechten Sitten, die sich leider auszubreiten scheinen.
UEG-Präsident Dimitrios Dimitropoulos (Griechenland) bezog sich in seiner Schlussrede in der Arena indirekt auf die bulgarische Delegation, die - weil ihnen die Wertungen für Elisabeth Paisjewa nicht akzeptabel erschienen - die Gymnastin einfach aus dem Wettkampf nahm. (Übrigens mit der Folge, dass Lisa Ingildeeva dann die Musik von Paisjewa eingespielt wurde). Es sei ein Grundgedanke der Demokratie, so der Präsident, ein sportliches Ergebnis so zu akzeptieren, wie es sei und nicht, wie man es sich wünsche.

Mit dieser Nicht-Akzeptanz ging es nach dem offiziellen Ende der EM weiter. Der gastgebende Verband erklärte, er fühle sich durch die Ergebnisse betrogen und werde sich offiziell beschweren. Dass "nur die Verlierer klagen, die Sieger nie", wie es Präsident Dimitropoulos formulierte, ist dabei sicher nur ein Aspekt. Am Abend zuvor hatten sich russische und ukrainischen Fans auf der Straße geprügelt…


Lisa Ingildeeva (GER)

Was für schlechte Sitten in einer so schönen Sportart! Schade für die Gymnastinnen, denn die meistern nicht nur den Wettkampf-Stress, sondern hatten auch diesmal wieder Größe genug, es sportlich zu sehen: "Ich habe heute Fehler gemacht in meinen Übungen", sagte Anna Bessonowa zum Abschluss in der Pressekonferenz, "deshalb konnte ich heute nicht gewinnen. Aber ich schaue nach vorn zu den Olympischen Spielen in Athen."