Leseprobe:

Junioren-Nationaltrainer Andreas Hirsch
Starkes Leistungsgefälle
bereitet sorgen


Andreas Hirsch

 

* Einige EM-Bronzemedaillen-Gewinner wie Marcel Niess, Sergej Erjutin oder Roland Wackenhut scheiden demnächst altersbedingt aus. Haben Sie schon eine neue Mannschaft im Kopf, die sich um Rainer Gunne, Waldemar Eichorn und Fabian Hambüchen formieren lässt?
Dieser Formierungsprozess kommt ja für mich nicht überraschend. Wir haben uns darauf sehr gut vorbereitet, indem wir Wettkämpfe durchführen jeweils im Altersbereich unter 18 und unter 16 Jahren. Bei den Jüngeren muss zum Beispiel immer ein 16-jähriger, ein 15-jähriger und ein 14-jähriger Turner in der Mannschaft vertreten sein.

* Wie beurteilen Sie die beiden ganz jungen Turner Eichorn und Hambüchen?
Ich sag mal so: Es sind außergewöhnlich gute Leistungen, die sie bringen. Eichorn hat es in diesem Jahr nicht nur geschafft, bei den Junioren Fuß zu fassen, er ist sogar Europameister am Barren geworden. Und Hambüchen hat schon mehrere Einzeltitel in Länderwettkämpfen gewonnen. Für mich kam ihr Formhoch also nicht überraschend, die Leistungen sind über Jahre gewachsen. Ich habe sie immer wieder bei Lehrgängen gesehen, ich spreche mit ihren Trainern, besuche sie in den Stützpunkten, schaue mir Videokassetten an.

* Wo sehen Sie Defizite beim Nachwuchs?
Was mir ein bisschen Sorgen bereitet, ist ein starkes Leistungsgefälle. Wir haben nur wenige Turner, mit denen wir international erfolgreich sein können. Das liegt sicher daran, dass nicht alle optimale Bedingungen haben. Damit meine ich nicht...

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