|
Die Sportgymnastinnen
Eugenia Ramich und Raissa Feldmann haben am 2. Juli ihren Rücktritt vom
aktiven Leistungssport erklärt.
Beide Gymnastinnen gehörten der deutschen Nationalmannschaft an und
trainierten am Landesleistungszentrum und Bundesstützpunkt für
Rhythmische Sportgymnastik in Fellbach-Schmiden.

Lisa Ingildeeva
Eugenia Ramich, Raissa Feldmann
Foto:
Baumann
...
mehr im neuen LEON*
- ein Abonnement lohnt sich!
|
|
Leseprobe:
Eugenia
Ramich und Raissa Feldmann erklärten ihren Rücktritt
Vom
Trio blieb eine Solistin
Eugenia
Ramich hatte ihre Rücktrittsabsicht bereits seit längerem angedeutet.
"Um im Leistungssport Ergebnisse zu erzielen, muss man voll dahinter
stehen und dies aus Überzeugung auch wollen", so die 16-Jährige.
"Ich merke aber, dass ich nicht mehr wirklich bereit bin, das zu
leisten, was die sportliche Karriere fordert." Eugenia Ramich gab an,
sich in Zukunft mehr um ihre Schullaufbahn kümmern zu wollen. Außerdem möchte
der Teenager auch den neugewonnenen Freizeitanteil genießen.
Kommentiert:
Wenn Sport n i c
h t mehr Spaß macht
Zwei
Rücktritte – zwei unterschiedliche Motive dafür. Beide verdienen
Respekt. Die Rhythmische Sportgymnastik ist eine der härtesten Sportarten
und verlangt von den jungen Mädchen ein Höchstmaß an
Einsatzbereitschaft, Disziplin und zeitlichem Trainingsaufwand. Wer da
nicht mehr 100 Prozent zu geben bereit ist, ist gut beraten, sich besser
auf andere Herausforderungen des Lebens zu konzentrieren. Eugenia
Ramich hat die Konsequenzen gezogen.
Raissa
Feldmanns Rücktritt sollte allerdings den Verantwortlichen zu denken
geben. Gerade in einer Sportart, in der hartes, täglich mehrstündiges
Training von Klein auf an der Tagesordnung ist und sich zudem die Eltern
zumeist in bewundernswerter Weise engagieren, darf die Freude am Sport
nicht zu kurz kommen. Motivation aber entsteht insbesondere durch
Erfolgserlebnisse in Wettkämpfen. Was wäre schon passiert, wenn man
Raissa Feldmann bei den EM hätte turnen lassen? Vielleicht wäre
Deutschland Zehnter statt Neunter geworden ... Wer hätte sich da einen
Zacken aus der Krone gebrochen?
Da
es in der deutschen Gymnastik schon öfter Querelen um den Einsatz oder
Nichteinsatz einer Gymnastin bei den internationalen Höhepunkten geben
hat, sollte man Feldmanns Enttäuschung nicht auf die leichte Schulter
nehmen. Wo in der Tat „Sport Spaß macht“ (DTB-Motto!), bleiben die
Akteure auch bei der Stange.....
Andreas Götze
<<
LEON*
Home << LEON*
- Archiv
|