Leseprobe: DEUTSCHE TURNLIGA

Um Turnen spannender zu machen, wurde eine neue Idee geboren:

Ein revolutionäres Score-Points-System

Das Chaos hat ein Ende! - Die Deutsche Turnliga (DTL) taucht mit einem neuen Konzept wie Phönix aus der Asche auf

Eine wundersame Genesung erfuhr die DTL Ende September in Kassel. DTL-Geschäftsführer Ralf Neumann hatte eine neue Ligastruktur ausgearbeitet, die durch eine klare Linie besticht: Ab 2004 gehören der Ersten Bundesliga acht Vereine an. Jeder turnt gegen jeden. Die drei besten Riegen kämpfen in einem Finale um den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters, den letzten beißen die Hunde.


Montage: Michael Weber

Jeweils acht Clubs umfassen auch die Nord- und Süddivisionen der Zweiten Bundesliga und der Regionalliga.

Die beiden Spitzenreiter bei den Zweitligisten turnen den Aufsteiger untereinander aus, die beiden Klassenbesten aus der Regionalliga rücken automatisch eine Stufe nach oben. Während in der zweiten Liga die Achtplatzierten Abschied nehmen müssen, bekommen die schlechtesten Regionalligisten in der Relegation noch eine Chance auf den Klassenerhalt.

Weil der Eliteliga derzeit zehn Teams angehören, wird für die Saison 2003 eine Übergangsregelung fällig. Geturnt wird in zwei Gruppen. Die jeweils Letzten steigen direkt ab, die beiden Vorletzten gehen in die Relegation mit den vier besten Zweitligisten. 

Zu einem echten Meisterschaftsfinale kommt es zwischen den beiden Gruppensiegern.

"Score-Points" für die Duelle
Aber der eigentliche Quantensprung ist dem neuen Präsidenten der EnBW KTV Stuttgart gelungen. 

"Mit einem Kribbeln im Bauch", so Dr. Karsten Ewald über seine Nervosität, stellte der frühere Cottbusser Jugendturner seinen revolutionären Wettkampfmodus "Score-System" vor.

Um das Turnen für Laien durchsichtiger und insgesamt spannender zu machen, gibt es ein Duell Mann gegen Mann. Die Kampfrichter bewerten die Übungen nach den internationalen Wertungsvorschriften, belästigen das Publikum aber nicht mit Noten. Der Sieger erhält je nach dem Abstand zu seinem Konkurrenten sogenannte Score-Points. Liegen beide Turner ein Zehntel auseinander, gibt es für beide einen Punkt, bei größerer Differenz für den Gewinner mehr, maximal fünf Punkte
Trainer sorgen für Gesprächsstoff an den Stammtischen. Da werden dann Emotionen frei." Überhaupt sei der bisherige Bewertungsmodus mit Hundertstelpunkten lediglich eine Pseudo-Gerechtigkeit gewesen und habe kräftig zur Abschreckung des Publikums beigetragen.

Wie funktioniert das Score-System?

Jede Riege besteht aus maximal acht Turnern. Vier Athleten, die beim Einturnen benannt werden, gehen pro Gerät an den Start.
Die in Führung liegende Mannschaft beginnt. Der gegnerische Trainer hat die Möglichkeit, direkt auf die gezeigte Übung zu reagieren, indem er einen seiner vier Turner dagegen setzt.
Gewertet wird nach dem Code de Pointage. Die Differenz zwischen den beiden sich duellierenden Turnern wird in Score Points umgewandelt. Bei Gleichstand oder einem Zehntel Unterschied erhält jedes Team einen Punkt. Bis drei Zehntel gibt es zwei Punkte, bis fünf Zehntel drei Punkte, bis zehn Zehntel vier Punkte und bei Abständen von mehr als zehn Zehnteln maximal fünf Siegpunkte.

(Genaueres über die neue Idee können Sie im neuen LEON*-Magazin lesen 
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