Leseprobe: DAS TALENT


Lisa Ingildeeva wird eine große Zukunft prophezeit

Die Pass-Hürde

Als gebürtige Russin braucht die Schmidener Gymnastin im nächsten Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft

Die 14-jährige Lisa Ingildeeva ist vielfache Deutsche Jugendmeisterin 2001 und 2002 und muss ab 2003 bei den "Großen" antreten


Fotos: Michael Weber, Bernd Thierolf


"Habt ihr Lisa Ingildeeva dabei?" So fragen selbst die meist hoch favorisierten russischen Teams seit einiger Zeit, wenn sie bei einem internationalen Turnier auf eine Mannschaft vom TSV Schmiden stoßen. Und das aus gutem Grund: Wo Lisa auftaucht, da rechnet man fest damit, dass sie mit jedem Gerät einen Medaillenplatz bereits sicher hat. So wie im vergangenen Jahr in Gent, wo sie alle fünf Goldmedaillen holte. Oder so wie dieses Jahr beim Deutschen Turnfest in Leipzig, wo sie fünffache Deutsche Jugendmeisterin wurde.
Doch genau da liegt das Problem: Lisa ist gebürtige Russin, 1988 in Moskau geboren. Mit 6 Jahren kam sie mit ihrer Familie zunächst nach Berlin, wo sie die erste RSG-Ausbildung bei ihrer Trainerin Frau Adrian bekam. Diese erkannte das große Talent und empfahl ihr den Wechsel nach Schmiden zu Bundestrainerin Galina Krylenko. Dort trainiert Lisa nun seit ihrem 10. Lebensjahr.

Jahrgang 1988, das heißt aber auch: Ab 2003 turnt Lisa Ingildeeva in der Aktivenklasse. Bei den Deutschen Meisterschaften dürfte sie ohne deutschen Pass nur noch "außer Konkurrenz" starten. Die Qualifikation für internationale Wettbewerbe ist aber nur über die DM möglich. Daher läuft seit geraumer Zeit ein Einbürgerungsverfahren, bislang aber leider ohne Erfolg. DTB- und STB-Präsident Rainer Brechtken hat sich persönlich der Sache angenommen und kämpft mit Nachdruck dafür, dass Lisa in Zukunft für Deutschland starten kann.

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