Leseprobe: IM PORTRÄT

Ashley Postell gewinnt unerwartet Gold
Ungeliebter Balken
Die US-Amerikanerin siegt beim Sturzfinale am Balken, obwohl sie lieber Boden turnt

Die 16jährige Ashley Postell holte nach acht Jahren
erstmals wieder WM-Gold für die USA

Foto: Volker Minkus


Als die US Teamchefin Marta Karolyi ihre Wahl für die Einzel WM bekannt gab, waren nicht wenige überrascht. Nicht eine Turnerin aus der Silberriege von Gent 2001 stand im Aufgebot, auch nicht die unbestrittene Nummer eins des Teams, Tasha Schwikert, oder die Bronzemedaillengewinnern am Barren Katie Heenan. Zwar nahmen die meisten am Auswahlcamp auf der Karolyi-Ranch in Texas teil, aber durch Verletzungen gehandicapt schieden die vermeintlichen Favoritinnen zugunsten junger, international noch weitgehend unbekannten Turnerinnen aus: Terin Humphrey, Courtney Kupets, Ashley Postell und Samantha Sheehan.

Einziger 10-er Ausgangswert

Postell gelang an ihren beiden Geräten (Sprung, Balken) der Einzug in beide Finals und am Balken holte sie sich als letzte Turnerin in einem Finale mit vielen Stürzen Gold. "Als ich ans Gerät ging, wusste ich nicht, dass so viele vor mir Probleme gehabt hatten. Ich habe nur den Sturz von Jeschowa gesehen, bei den anderen war ich noch in der Einturnhalle."
Sie behielt die Nerven besser im Zaum als die anderen sieben Finalistinnen und präsentierte den einzigen 10-er Ausgangswert der Konkurrenz (Flickflack mit 1/1 LAD - Flickflack- Spreizsalto; Dreifachschraube zum Abgang). "Es ist total aufregend," strahlte sie nach dem Wettkampf in den Katakomben der Fönix-Halle. "Es fühlt sich gut an. Ich hatte schon nach einer Medaille geschielt, aber Gold ist schon Wahnsinn!" (...)


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