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Leseprobe:
Kommentar
Bekam
den "Prix de l'Elegance":
Almudena Cid (ESP)

Eine der *Ladies":
Tamara Jerofejewa (UKR)
Fotos:
Dirk Zimmermann
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Wer
übernimmt die Verantwortung
für diese problematische Entwicklung?
Was bei den WM wirklich
jedem Betrachter ins Auge fiel, ist der undurchschaubare Dschungel an
Reglements- und Wertungsvorschriften, der nicht nur den Fans die Freude
am Zuschauen vergällt. Die Kampfrichterinnen - noch vor zwei Jahren
Zielscheibe aller Kritik, jetzt nach strengen Kriterien für einen
FIG-Pool ausgewählt und in Budapest abgeschirmt agierend - werten
mittlerweile zweifellos weitgehend reglementgerecht. Das eigentliche Problem
ist das Reglement an sich.
Und für die Zuschauer bleibt der (Negativ-)Effekt der gleiche: Wie
soll man erklären, dass eine Übung mit sichtbaren Fehlern viel
höher bewertet wird als ein glanzvoller Vortrag, der die Zuschauer
mitreißt? Wie soll ein Zuschauer begreifen, dass es wichtiger ist,
eine Liste mit Elementen abzuarbeiten, die jede Gymnastin vorher dem Kampfgericht
einreichen muss, als einen Vortrag mit Eleganz und ohne Fehler zu präsentieren?
Ist die Rhythmische Sportgymnastik jetzt zur Paragraphenreiterei verkommen?
Und sollte sie nicht eigentlich eine, ja die Showsportart sein?
Wäre es nicht richtiger, der Sportart durch ein entsprechendes Reglement
eine Richtung zu geben, die den "Ladies" wie Tamara Jerofejewa
und Almudena Cid Tostado - die den "Prix de l'Elegance" erhielt
- mehr gerecht wird? Damit es künftig noch mehr von ihnen im internationalen
Wettkampfgeschehen geben möge ...?
Wenn man dann noch bedenkt, dass den Anforderungen dieses FIG-Reglements
im Weltmaßstab nur sehr wenige Gymnastinnen völlig entsprechen
können, die Verletzungsrate noch nie so groß wie heute war
und die Übungen im Vergleich zu früher eher langweilig geworden
sind - dann ist es mehr als dringend geboten, seitens der FIG schnellstens
Veränderungen herbeizuführen. Sportarten, deren Reglements nicht
durchschaubar und zuschauerunfreundlich sind, werden in der olympischen
Familie nicht sehr geliebt ... Und langsam muss man auch fragen, wer die
Verantwortung für eine solche Entwicklung übernimmt, die weder
im Interesse der Sportart und schon gar nicht im Interesse der Gymnastinnen
ist.
Sonja Schmeißer
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