Anna Dogonadze gelang die Revanche für Sydney

Trampolin-Gold für Deutschland


Anna Dogonadze

Leseprobe:
Traum vom Gold in Athen erfüllt

Die 31-Jährige sprang trotz Fußverletzung zum Olympiasieg
- von Andreas Götze und Nora Schuler

Es war schon so etwas wie ein Trauma, das Anna Dogonadze seit jener denkwürdigen, aber für sie verkorksten Olympiapremiere 2000 in Sydney begleitete. Dort hatte sie sich zwar als Beste des Vorkampfes erwiesen, musste dann aber durch eine Erkältung mit 39 Grad Fieber geschwächt ins Finale der besten Acht gehen und erlebte ein Debakel: Mit dem zweiten Sprung geriet sie auf die Matte – aus der Traum vom Gold! „Ich habe seitdem oft an diesen Tag in Sydney gedacht“, bekannte die 31-jährige Trampolinturnerin, „habe vor allem bei den Höhepunkten versucht, dieses Erlebnis zu verdrängen.“ Mit Erfolg. Schon im Jahr darauf bei den Weltmeisterschaften gewann sie den Titel im Einzel und Silber im Synchronturnen.

Bänderriss vor der Abreise
Doch vor Athen sah es dann gar nicht gut aus. Noch in den letzten Stunden der Vorbereitung zog sie sich beim Training in Stuttgart einen Bänderriss am Fuß zu. „Der Fuß war gleich dick, und ich war natürlich sehr geschockt, weil ich Angst hatte, dass ich nicht starten kann. Doch wir haben mit chinesischen Ärzten gearbeitet, die sehr gut sind, und auch in Athen haben mich die Ärzte toll behandelt und mich auf die Füße gestellt. Ich hatte natürlich noch Schmerzen im Wettkampf.”

Aber Anna räumte auch ein, dass es vielleicht ganz gut war, dass sie deswegen fünf Tage nicht richtig trainieren und sich ein wenig ausruhen konnte. „Da habe ich noch mal richtig Power gekriegt“, erzählte sie später bei der Pressekonferenz, nachdem sie den Vorkampf als Zweitbeste beendet hatte.

Training mit Klimaanlage
Anna Dogonadzes verhängnisvolle Erkältung vor vier Jahren in Sydney hatte ihre Ursache in der Hotelklimaanlage. „Ich vertrage keine Klimaanlagen, bekam eine Grippe und lag dann mit über 39 Fieber im Bett“, erinnert sie sich. Und wie ist sie in Athen mit der Klimaanlage zurecht gekommen? “Ich habe jetzt auch in meinem Auto eine Klimaanlage (lacht). Dafür habe ich mich bewusst entschieden, um mich schon im Vorfeld ein wenig einzugewöhnen. Das hat auch ganz gut geklappt.”

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