Andreas Hirsch:
Fassungslos glücklich....!


Leseprobe:
Die deutschen Turner erreichten ihr Ziel

Unglaublich!
Eine respektable und hoffnungsvolle Bilanz
- von Nora Schuler

Die deutschen Turner hatten auf dem Weg nach Athen mit mehr zu kämpfen als nur den sportlichen Zielen – und übertrafen am Ende alle Erwartungen: Achter mit der Mannschaft, drei Mehrkampffinalleistungen und Rang sieben am Reck. Eine respektable und hoffnungsvolle Bilanz.

Eigentlich war nach der vorletzten Bodenübung schon alles klar, aber so recht wollte noch keiner dem Frieden trauen. Erst als auch Fabian Hambüchen durchgeturnt hatte und seine Wertung im Kasten war, ging der Blick aufs endgültige Klassement. Und dann brach der Sturm los... Grenzenloser Jubel, Glücksschreie, Umarmungen und auch einige Tränen von Trainern, Turnern und Mannschaftsarzt. Von Platz acht und dem Erreichen des Finals hatten die meisten geträumt, aber mit der Verwirklichung des Traums hatten doch nicht alle gerechnet. 

Ein Ruck ging durchs Team
Der Weg ins Finale war mehr als steinig. Nach der knapp geschafften Qualifikation bei der WM letztes Jahr in Anaheim war bei den Deutsche Meisterschaften in Chemnitz nicht nur Optimismus angesagt und auch die Mannschaftsfindung stellte sich als sehr mühsam da. Für seine ausführlichen Berechnungen der Mannschaftsdienlichkeit der einzelnen Turner anhand von Exceltabellen war Cheftrainer Andreas Hirsch von einigen kritisiert, von anderen belächelt worden, aber am Ende hatte er gut lachen. Auf seinem Gebiet ist Hirsch ein Fachmann – und das Ergebnis spricht seine eigene Sprache. „Ich habe die Mannschaft als 13. der WM in Gent übernommen. Dann sind wir mit Ach und Krach 12. geworden und jetzt sind wir auf Platz acht. Anderthalb Jahre habe ich die Truppe jetzt. Was soll ich da noch sagen?“

Die Narben im Gehirn
Von Verletzungen und anderen Problemen in der jüngsten Vergangenheit kann Cheftrainer Andreas Hirsch ein Lied singen. “Sie können sich ja meine Haarfarbe angucken“, machte er auf das Grau und seinen seelischen Zustand aufmerksam. „Das sind Narben im Gehirn. Dann wird die Haarfarbe anders. Bis Anaheim habe ich schon einige Narben im Gehirn gesammelt. Ich war früher blond.”

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