...Sanktionen für korrekte Abzüge...?

Hardy FINK (Kanada)
 - ehemaliger Präsident des TK Männer der FIG,
ausgewiesener internationaler Top-Kampfrichter-Experte 


... zur Ethik des Bewertens im Turnen (TEIL 3):
„Kampfrichter – respektiert euch selbst!“

Hardy Finks (CAN) Überlegungen zur Ethik des Kampfrichterns, die gleichzeitig eine einleuchtende Betrachtung des skandalösen Kampfrichterverhaltens während der Olympischen Spiele in Athen sind, beinhaltet vier entscheidenden Kriterien, die einen aus ethisch-moralischer Sicht integer handelnden Kampfrichter auszeichnen.
Das Fehlen dieser Eigenschaften – eines Gewissens, der Kontrolle, des Selbstvertrauens und der Kompetenz – führt aus Finks Sicht zu Verfehlungen, die zwar eventuell dem eigenen Lande kurzfristig helfen, der Sportart als solcher aber langfristig nur Schaden zufügen.
„Es reicht die Feststellung, dass eine aufmerksame, gewissenhafte und beständige Kontrolle verknüpft mit klaren und sofortigen Strafen für jede Regelverletzung den Anreiz für Kampfrichter bilden, korrekt zu werten. Die Kontrollfunktion muss Belohnungen für jene Kampfrichter bereithalten, die auf einem außergewöhnlichen Niveau korrekt sind und gleichzeitig harte und öffentliche Strafen für jene vorsehen, die den anderen Weg wählen. Ebenso wichtig ist, dass die Kontrollfunktion jenen Juroren vollen Schutz garantieren muss, die den Mut haben, den Regeln gemäß zu werten. Der Schutz, also das Einstehen für jene Kampfrichter mit der korrekten aber abweichenden Wertung, sollte normalerweise zu Sanktionen gegen andere aus dem Kampfgericht führen.

Momentan kann, entgegen leerer TKM-Versprechungen des Gegenteils, jener Kampfrichter, der einen deutlich abweichenden aber korrekten Abzug eingibt, eher erwarten, sanktioniert als geschützt und belohnt zu werden.“ (…)

Alle drei Teile dieser Analyse von Hardy Fink – sind in LEON* veröffentlicht worden – ein LEON-Abo lohnt sich !

<< zurück zur Startseite       << zurück zur Übersicht 04 / 2005