Individualisten in Teamwork

Wolfgang Hambüchen wertet gemeinsam mit Cheftrainer Andreas Hirsch und Sportwissenschaftler Andreas Bronst (r.) Bewegungsabläufe am PC aus.
(Foto: V. Minkus)


Trainer-Vater und Turner-Sohn zur EM
(Foto: Archiv MINKUSimages)



Dr. Jörg Fetzer:
Analysen in 'zig Tausenden Trainingsstunden.
Foto: GYMmedia 06

 

 

Der Erfolg – auch bei den Nachwuchsturnern – hat viele Väter

Von Arbeitstieren und Allround-Künstlern

Trainer Wolfgang Hambüchen über engagierte Trainer und Funktionäre sowie die Qualität des Nachwuchskonzepts im DTB

LEON*: -- Worauf führen Sie den schon fast sensationellen Auftritt der deutschen Juniorenturner und –turnerinnen in Volos zurück?

W.H.: -- "Zunächst ist dieser Super-Erfolg sicherlich auf die jahrelange, selbstlose Arbeit der Heimtrainer, insbesondere im Kindesalter, zurückzuführen. Stellvertretend für alle diese Trainer, oder besser Arbeitstiere und Allround-Künstler, möchte ich hier einmal Manfred Paschke, den ersten Trainer von Steve Woitalla in Schwedt, oder Kerstin Vogel aus Chemnitz nennen. Die daran anschließende Fortführung der Arbeit an den Landes- und Bundesstützpunkten einschließlich der Betreuung durch die OSP bildet dann die Grundlage für die Entstehung eines Erfolgsteams. Neben dem Einfallsreichtum und dem technischen Weitblick der Heim- und Bundestrainer sind natürlich auch ein entsprechendes Anforderungsprofil und ein dazugehöriges Ausbildungskonzept im Nachwuchsbereich von überragender Bedeutung."

LEON: -- Wer hat Ihrer Ansicht nach den größten Anteil an der Erarbeitung und Begleitung dieser Nachwuchskonzeption?

W.H.: --  "Den größten Anteil hat sicherlich Dr. Jörg Fetzer, der in Zusammenarbeit mit dem Nachwuchs-Chefcoach Jens Milbradt und allen bei Deutschen Jugendmeisterschaften beteiligten Heimtrainern ständig um eine Aktualisierung des Konzeptes bemüht ist. Dies führt natürlich häufig auch zu kontroversen Diskussionen im Detail.
Wenn ich aber nach fast 30-jähriger Trainertätigkeit alle uns „verabreichten“ Anforderungsprofile vergleiche, von L-Übungen über M-Übungen bis zum heutigen AK-System, so muss ich feststellen, das wir bisher nichts Besseres hatten. Natürlich kann ein Aufgabenheft im Turnen nicht alle Aspekte eines langfristigen Leistungsaufbaues eines Spitzensportlers beinhalten, aber ein solches System kann diesen Aufbau sinnvoll begleiten."

LEON: -- Was hat jetzt für Sie und Fabian in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften Priorität?

W.H.: -- "Ganz klar die eben erwähnte Konditionierung im Ausdauerbereich, um nicht nur die Verträglichkeit der jetzt sehr langen und hochschwierigen Übungen zu verbessern, sondern auch, um die Erholungsvorgänge zu beschleunigen. Das erreichen wir mit unspezifischem Ausdauertraining, also durch Fahrrad fahren zum Training, sowie mit spezifischem Ausdauertraining. Das besteht in überlangen Trainingsübungen mit nur wenigen Höchstschwierigkeiten, aber mit sehr langen Vor- und Nachverbindungen, so dass an den Geräten möglichst Verweilzeiten von über 60 Sekunden entstehen. Später werden wir dann wieder zum „normalen“ Wettkampftraining übergehen....."

Das gesamt, dreiseitige Interview können Sie in der neuen LEON* lesen 
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