Hambüchen: dritte WM-Mehrkampfmedaille für einen Deutschen

Fabian Hambüchen hat auch ohne Reck-Finale eine fabelhafte WM geturnt: Bronze im Mehrkampf und am Sprung, das Bodenfinale als Neunter knapp verpasst. Eine Woche später beim DTB-Polkal holte er sich noch den Weltcupsieg am Boden.
 
(Foto: V. Minkus)

Als dritter deutscher Turner nach Kroll (1985) und Wecker (1993) steht Fabian Hambüchen als Mehrkämpfer auf einem WM-Podest. Gold für Yang Wei (CHN), Silber für Tomita (JPN).
(Foto: Archiv MINKUSimages)

Ein Wettkampftagebuch über Fabian Hambüchen

Stationen eines Wechselbades
Das siebte Gerät für den 19-jährigen Wetzlarer ist stets die Mixed-Zone

Donnerstag 19. 10. -  Mehrkampffinale:
Der ideale Start am Boden: Der Lou Yun (Doppelsalto-seitwärts) in der Auftaktbahn weckt das insgesamt rare und ruhige dänische Publikum, alles weitere gelingt und der ‚Knick in der Fläche“ scheint auch überwunden. Hambüchen, nach dem ersten Durchgang ganz weit vorn, gelingen die Übungen an den beiden ungeliebten Geräten Pauschenpferd und Ringe. Einem nahezu perfekten Sprung in den sicheren Stand folgt eine souveräne Darbietung am Barren, ebenfalls mit dem Abgang (Doppelsalto rw. geb.) in den perfekten Stand.

Das Reck und fragende Gesichter allerseits. Hambüchen setzt an, lässt die Stange los und hat sie nach dem gehockten Doppelsalto über der Stange sicher wieder in Händen, er hat auf die Längsachsendrehung verzichtet und so seine beste (und mit einer A-Note von 6,2 auch ‚einfachste’) Reckübung gezeigt. Ihm folgt der Chinese Chen Yibing mit Schwierigkeiten beim Kovacs und einer A-Note von nur 5.6. Hambüchen ist Dritter!

Mixed-Zone: Das kanadische Fernsehen ist schneller als die deutsche Medien-Meute, Fabian ist die Sprache egal, er sprudelt: „I went through without problems and had more and more power. It was the best competition I ever did. This is the best day in my life. Awesome!“ Dann noch mal auf Deutsch: „Das war der beste Tag meines Lebens, ich bin überglücklich. Als ich gemerkt habe, dass ich die Abgänge alle stehe, dachte ich, ja, es läuft einfach perfekt hier.“

Zur Reckübung gab’s noch eine Erklärung: „No risk, no fun! Natürlich hätte ich versucht, die 6,8er-Übung zu turnen. Aber dann hab’ ich den Blick von Vater gesehen und da wusste ich, nee! Er hat dann gesagt, mach’ lieber ohne Drehung, ich hab’ dann auch nicht diskutiert. Da hat er wohl recht gehabt!“ Ein wenig Triumph ist da auch zu sehen, denn wie oft hatte er schon gesagt: „Ich habe mich immer als Mehrkämpfer verstanden“, und immer wollten alle nur vom Reck reden? Ja, wer hätte denn gedacht...

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<< zurück zur Startseite       << zurück zur Übersicht 05 / 2006