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OLYMISCHE
SPIELE 1972
Irene
ABEL - Mutter von Katja Abel - gewann in 1972 München
olympisches Mannschafts-Silber mit der DDR-Riege
(Foto: Dressel)

Erika
ZUCHOLD - mit ihrem Leipziger Trainer und Meistermacher Helmut
Gerschau - war Sprung- und Balken- Weltmeisterin 1970 in Ljubljana
(Fotos: K. Schlage)
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Historisch, kurios, aktuell
– eine Serie zur Turngeschichte
„Vertrauliche
Dienstsache“
Wie DDR-Turnerinnen sich vor 36 Jahren auf Olympia vorbereiteten
Auch im Jahr 1971 haben sich
Turnerinnen auf die Olympischen Spiele vorbereitet. Obschon damals keine
Qualifikations-Weltmeisterschaft im vorolympischen Jahr auf dem
Terminkalender stand, sei hier – nicht zuletzt mit einem Seitenblick auf
die Vorbereitung der Töchter dieser Generation – das Training der
Turnerinnen der DDR-Olympiamannschaft im Jahre 1971 rekonstruiert. Das
Team hatte unter Leitung von Christa Herrmann bei der Weltmeisterschaft
1970 in Ljubljana Rang zwei in der Mannschaftswertung belegt sowie drei
Titel gewonnen.
Eine minutiöse Dokumentation
Heike Kloß* hat in ihrer
Diplomarbeit an der DHfK 1973 die physischen Trainingsbelastungen von Karin
Janz, Angelika Hellmann, Irene Abel (alle SC Dynamo Berlin, Trainer: Jürgen
Heritz), Erika Zuchold, Sylvia Schäfer (beide SC Leipzig), Christine
Schmitt (SC Empor Rostock) und Ricarda Schmeißer (SC Chemie
Halle) analysiert. LEON* stellt einige Ergebnisse der zu DDR-Zeiten als
‚Vertrauliche Dienstsache’ eingestuften Arbeit vor.
Die Studie spiegelt die minutiöse Dokumentation der Trainingsarbeit der
DDR-Turnerinnen wider. Basierend auf einer Auswertung der
‚Wochentrainingsprotokolle’ legt die Autorin folgende Aspekte
dar:
- Anzahl und Qualität der geturnten Übungen und Sprünge an den
einzelnen Geräten,
- die Trainingsbelastung und die Wettkampfergebnisse,
- die Trainingsausfallzeiten und
- einen Vergleich der laut Rahmentrainingsplan (RTP) vorgegebenen
Sollwerte mit den erreichten Ist-Werten.
Die „Trainingsausfallanalyse“
Die Darstellung belegt, dass auch die Turnerinnen der DDR mit Krankheiten
und Verletzungen zu kämpfen hatten. So wird für Karin Janz dort
festgehalten: „Sie hatte 1971 mit den größten Trainingsausfall,
ihre gesamte Ausfallzeit beläuft sich auf 50,13% des Jahres. Ihre große
Verletzungsanfälligkeit macht ihr ein durchgängig intensives Training
unmöglich. [...] Weit unter dem Durchschnitt, nämlich mit 59 Tagen,
rangieren ihre trainingsfreien Tage. Das bringt doch deutlich
Einsatzbereitschaft und Trainingsfleiß zum Ausdruck, wobei die schulische
Belastung hinzukommt, da 1971 das Jahr ihrer Abiturprüfung gewesen
ist.“
Übrigens: Bei den Olympischen Spielen in München wurde das Team
in der hier untersuchten Zusammensetzung hinter der UdSSR Zweite im
Mannschaftswettbewerb, Karin Janz gewann Gold am Sprung und am Barren,
Silber im Mehrkampf sowie Bronze am Balken, Erika Zuchold errang Silber am
Sprung und am Barren.
Die ausführliche Zusammenfassung
der Diplomarbeit finden Sie in LEON* – ein Abonnement
lohnt sich!
*) Quelle:Heike
Kloß:
Analyse der Trainingsbelastung im Jahre
1971 bei den Turnerinnen der Olympiamannschaft, Diplomarbeit zum
Staatsexamen an der DHfK 1973
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