Elsa Garcia (MEX)
 
Die  17-jährige Elsa Garcia holte sich in Cottbus ihre ersten Weltcupsiege.
(Fotos: nbbpress)

Die Mexikaner sorgten für Ausrufezeichen
„Wir sind keine Insel...!“

Elsa Garcia war mit Siegen am Stufenbarren und am Boden sowie Platz drei am Sprung die erfolgreichste Turnerin beim Weltcup in Cottbus
Sieben magere Jahre nachdem Denisse Lopez ins Sprungfinale der Olympischen Spiele von Sydney einzog, haben die Mexikanerinnen bei ihrer Europa-Tour ein paar kleine, aber feine Ausrufezeichen hinterlassen. Die Leistungskurven von Maricela Cantu (16), Erika Garcia (16) und Elsa Garcia (17) weisen stetig nach oben.

Zum Turnen aus Langeweile gekommen ...

Elsa Garcia ist wie ihre Teamkameradinnen an einer „Open High-School“ eingeschrieben. So lässt sich auch die Schule zwischen täglichen Trainingseinheiten von 8 bis 12 Uhr und 16 bis 19 Uhr noch unterbringen. 
„Wir haben unsere Bücher und schicken unsere Aufgaben in jedem Fach dorthin ein. Die meisten unserer Arbeiten machen wir online. Eine normale High-School in Mexiko würde es nicht akzeptieren, dass wir zwei Trainingseinheiten pro Tag haben“, erläutert Elsa in fließendem und akzentfreien Englisch.

Team Mexiko in Cottbus
 
Trainer Antonio Martinez mit Maricela Cantu, Elsa und Erika Garcia (v. l.)
 (Fotos: nbbpress)
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Zum Turnen kam sie eigentlich aus Langeweile. „Meine Mutter schickte meine Schwester und mich dorthin, damit wir am Nachmittag etwas vorhatten“, erzählt sie.
Eine Zeit, an die sich auch Martínez noch gut erinnert: „Mit sieben ist sie herumgestakst wie ein frisch geborenes Fohlen. Aber sie war immer am Herumspringen, Tanzen, Singen und am Zum-Mond-Fliegen. Sie hat das Turnen schon immer zelebriert“, wirft er ein. Aber Elsa lässt sich nicht davon aus der Ruhe bringen: „Und dann habe ich eben trainiert und trainiert und trainiert – ja, und hier bin ich.“

Das Glück kommt um 6 Uhr morgens
Und auch die Kampfrichterin, die sich in Cottbus bei Elsa Garcias Trainer freundlich nach der genauen Lage der Insel Mexiko erkundigte, wird künftig um Martínez und seine Turnerinnen aus Monterrey nicht mehr herumkommen. „Genau deswegen sind wir hier. Um zu beweisen, dass Mexiko keine Insel ist“, sagt er. „Und vielleicht“, ergänzt Martínez, „vielleicht haben wir auf unserer Europareise nur Glück gehabt. Aber in Mexiko haben wir ein Sprichwort: ‚Es gibt das Glück wirklich, aber es erscheint immer um sechs Uhr morgens.’ Vielleicht hatten wir Glück. Aber warum? Weil wir um sechs Uhr morgens da waren!“


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