25-jähriges Turnier-Jubiläum:

Birgit ROTH - ... stressresistent!


Foto: Michael Weber

 STUTTGARTER "Macher"

Wettkampf-Chefin Birgit Roth ist turniererprobt 
und stressresistent

„Wir wollen eine tolle WM organisieren!“
Eine Rekord-WM wie in Stuttgart stellt besondere Anforderungen an die Organisation
Es gibt in Deutschland kaum jemanden mit einer derartigen Erfahrung bei der Wettkampforganisation von internationalen Turnveranstaltungen wie sie: Birgit Roth hat seit 1983 an der Seite von Turnierdirektor Robert Baur jeden Internationalen DTB-Pokal im Org.-Team mitbestritten – in diesem Jahr begeht sie mit dem DTB-Pokal ihr 25-jähriges Jubiläum – und seit vielen Jahren hält sie als Wettkampf-Chefin bei dieser weltweit hoch geachteten Veranstaltung die Fäden in der Hand. 
LEON* unterhielt sich mit der Rommelshausenerin.

* Mit 84 Nationen hat Stuttgart den Teilnehmerrekord in der 104-jährigen Geschichte von Weltmeisterschaften aufgestellt. Hatten Sie mit solch einer Resonanz gerechnet?

"Nein, wir hatten uns so auf 67 bis 70 Länder eingestellt. Was allerdings die Delegationsmitglieder angeht, trafen unsere Erwartungen ein. Alles in allem – also Aktive, Kampfrichter und Offizielle – sind 1348 Personen angemeldet."

* Wie sieht denn der Aufgabenkatalog Ihres Verantwortungsbereichs aus?

"Wir kümmern uns um den kompletten Wettkampfbereich, das heißt also Aufbau und Betreuung der Wettkampfarena in der Schleyer-Halle, der Aufwärmhalle in der Porsche-Arena sowie weiterer drei Trainingshallen. Insgesamt werden durch die Firma Spieth neun identische Gerätesätze aufgebaut, fünf für die Frauen, vier für die Männer. Natürlich müssen auch die Trainingspläne erstellt und das Training koordiniert werden. Außerdem gilt es, die zehn Wettkampftage inklusive EDV-Technik und Berechnung gut über die WM-Bühne zu bringen. Darüber hinaus müssen auch die technischen Voraussetzungen für Rundfunk, Fernsehen und Presse geschaffen werden. Wir erwarten 600 bis 800 Journalisten. "

* Ist denn gewährleistet, dass alle WM-Teilnehmer annähernd die gleichen Bedingungen vorfinden?

"Ja, da achten wir sehr darauf, auch wenn es logistisch einem Puzzlespiel gleichkommt. Zum einen stellt die Firma Spieth für das Training sieben Gerätesätze zur Verfügung, die den beiden in der Wettkampfarena gleichen. Und dabei kommen sogar spezielle Holzunterlagen unter die Bodenflächen, damit das Schwingungsverhalten überall gleich ist. Zum anderen, und das ist jetzt das Puzzlespiel, müssen wir aus Gründen der Chancengleichheit gewährleisten, dass die Nationen während der WM reihum in allen Hallen trainieren. "

* Haben Sie so etwas wie ein sportliches Leitmotiv als WM-Team?

"Wie heißt es im Sport so schön: mit Teamgeist zum Erfolg. Wir wollen beständig gute Leistungen bringen und dann im richtigen Moment zur Hochform auflaufen. Aber im Ernst: Wir möchten ‚ne richtig tolle WM organisieren, die den Teilnehmern mindestens so gut in Erinnerung bleibt, wie es bei der 89er WM der Fall war." 

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Birgit Roth und Bernhard Seefeld, der bei der WM für die Technik verantwortlich ist.